Nach der Freude über meine Nominierung kam die Frage "Was mache ich denn jetzt?!"
Klar hatte ich eine Idee, als ich mich beworben habe. Aber diese Idee hatte sich in meinem Kopf mittlerweile zu einem Großprojekt entwickelt und schien mir ungeeignet.
Da lagen aber noch die schönen Klebefolien…
… und während der Fußball-EM hatte ich für Bastelzwecke schon mal ein paar leere Chipsdosen zur Seite gelegt. Und so begann ich ein bisschen zu probieren und zu tüfteln, zu schnippeln und zu kleben, zu fluchen und zu schimpfen, wenn nicht alles klappte.
Ein ganz großes Dankeschön geht darum an dieser Stelle an meinen Mann. Du bist mein Held!
Tapfer ertrug er das sich ausbreitende Bastelchaos, begnügte sich mit eilig zusammengerührten Mahlzeiten und verbrachte das Wochenende überwiegend mit Kind auf dem Spielplatz. Nur so konnte ich pünktlich fertig werden.
Jetzt bin ich einfach nur noch glücklich, dass auf
der Seite der BRIGITTE alles so aussieht, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Fotos, die Anleitungen und Beschreibungen. WHITE. RED. BLACK.
Ich hoffe, dass Euch meine Ideen gefallen und würde mich so sehr über Eure Stimme freuen.
Meine lieben Leser, alle stillen und alle offiziellen, ob mit Blog oder ohne:
Bitte macht mit und schenkt mir Eure Stimme!
Zum Abschluss muss ich Euch unbedingt noch die Geschichte der Klebefolien erzählen:
Die liebe
Marja fand die traurigen Folienreste in einem Papierkorb in Rostock. Es tat ihr leid um das Material und so nahm sie alle mit. Die Zugfahrt mit Kind, Gepäck und Klebefolien war nicht gerade leicht aber sie kamen alle wohlbehalten bei Marja zu Hause in Leipzig an. Sie schrieb dann auf ihrem Blog darüber und bot sie
zum Tausch an. Ein Teil der Folien wanderte auf diesem Weg nach München, andere nach Karlsruhe und einige zu mir nach Bremen. Hier durften sie Karriere machen und präsentieren sich nun beim Brigitte-Award einem großen Publikum.
Upcycling liegt mir am Herzen. Altes muss nicht immer gleich entsorgt werden. Man kann es neu verwenden oder weitergeben. Und manchmal schreibt man damit sogar eine Geschichte.
Danke für`s Lesen!
.......
Und hier kommt in voller Länge der Beitrag wie er auch bei der
BRIGITTE veröffentlicht wurde.
WHITE
Die Idee zu dieser Lampe hatte ich schon vor längerer Zeit. Mir war aufgefallen, dass Haushaltsrollen teilweise sehr schöne Prägemuster haben. Außerdem passt das Tuch einer Haushaltsrolle genau um eine Chipsdose. Eine bessere Vorlage, um die Dose zu perforieren konnte es kaum geben. Für die Beleuchtung habe ich die Kabel einer ausrangierten Lampe verwendet. Es genügt eine Glühbirne mit minimaler Leistung. Unsere Lampe soll ja nicht zu heiß werden.
Alternativ könnte man auch eine LED-Lichterkette mit Batterie in die Dose legen. Ich konnte leider so kurzfristig keine beschaffen. Aber mir wurde versichert, dass diese Lichterketten spätestens mit der Weihnachtsdekoration in die Läden kommen.
Für die Lampe wurden auch Teile von Teelichthülsen und Verschlüsse von Tetra-Packs verwendet. Das sind Materialien, die man immer im Haus hat und die wirklich vielseitig für alle möglichen Bastelprojekte Verwendung finden können.
RED
Aus der Chipsdose ist hier eine Minikommode geworden. Mir haben schon immer runde Kommoden gefallen. Das geht auch in klein, dachte ich mir.
Das Ergebnis ist auch wegen der Farbe ein rictiger Eyecatcher.
Für die Kommode habe ich Zierelemente aus Teelichhüllen gemacht. Teelichthüllen sind sehr weich, so dass man das Material gut bearbeiten kann: mit einer Schere schneiden, mit einem Locher lochen, mit einer Nadel durchstechen. Ein echtes Multitalent!
BLACK
Die Dose in schwarz soll nur durch ihre Farbe und ihre Form wirken. Sie ist daher sehr schlicht - aber trotzdem funktionell. Es passen viele Stifte hinein, durch die magnetische Seite sind Büroklammern schnell zur Hand und durch die transparente Seite fällt genügend Licht in die Dose, um alles schnell zu finden.
Und wenn der Deckel zu ist, sieht alles super aufgeräumt aus.
Der Deckel der Dose besteht aus zwei Teilen. Der untere Teil passt genau in die Deckelöffnung. Der obere, gößere Teil sorgt dafür, dass der untere Teil an seinem Platz bleibt und deckt auch kleinste Schlitze zuverlässig ab. Durch die beiden Schichten ist der Deckel schön stabil und so groß, dass man ihn gut greifen kann.

White.
Bevor es los geht - alles auf einen Blick.
Besonders wichtig ist gleich am Anfang der Arbeit ein genaues Vermessen der Dose und exaktes Zuschneiden der Folie. Ich habe mich daran gewöhnt, einen Rollschneider für solche Arbeiten zu verwenden. Er schneidet sehr exakt.
Das Aufkleben der Folie geht übrigens viel einfacher, wenn man die Dose vorher leicht anfeuchtet. Die Folie bleibt glatt und klebt genau so gut.
Anschließend einen Bogen Haushaltsrolle Eurer Wahl mit Klebestreifen befestigen. Jeder Supermakt hat eine andere Sorte Haushaltrolle mit anderer Prägung. Es lohnt sich zu schauen, wo man sein Lieblingsmuster findet.
In jedes zweite Loch wird nun mit einer richtig großen Stopfnadel ein Loch gestochen: Nadel einstechen, ein bischen drehen damit das Loch eine schöne Form bekommt, fertig. Damit die Finger heil bleiben, habe ich die Nadel mit einem kleinen Lederrest umwickelt. Das geht sehr viel einfacher.
Man muss nicht das gesamte Muster übertragen. Auch einzelne Elemente locker angeordnet können sehr interessant aussehen.
Die Nadel noch nicht weg legen! Wir brauchen sie noch, um in den Metallboden der Dose ein Loch zu stanzen. Dazu die Größe der Öffnung vorzeichnen und ganz dicht Loch an Loch einstechen. Das geht zwar etwas schwerer als durch Pappe - aber es ist gut machbar.
Wenn die Fassung eingeschraubt ist, kann man das Kabel mit Klebeband fixieren. Damit die Lampe nicht wackelt, werden halbierte Tetra-Pack-Verschlüsse aufgeklebt. Der Kleber sollte gut durchtrocknen. Dazu am besten die Dose beschweren.
Jetzt fehlt nur noch etwas Dekoration. Dazu aus leeren Teelichthüllen die Seitensteifen grob ausschneiden und dann noch mal etwas feiner nachschneiden. Die Wachsreste entferen, indem man kochendes Wasser darüber gießt; Vorgang evtl. wiederholen. Anschließend die Metallstreifen mit einem Tuch gut abtrocknen und mit der Fingerkuppe glatt streichen. Jetzt kann doppelseitiges Klebeband aufgeklebt werden. Die Seite, die noch etwas unregelmäßig ist, wird mit einer Zackenschere in Form gebracht.
Wenn die Streifen an der oberen und unteren Kante augeklebt sind, ist die Lampe fertig.
Red.
Bevor es los geht - alles auf einen Blick.
Eine Mini-Kommode soll entstehen und darum werden zunächst die Ausschnitte für die Schubladen markiert und die Schubladen-Fronten ausgeschnitten. Die Klebefolie wird auf die Dose mit den Löchern geklebt. Die Stellen über den Öffnungen in der Dose werden dann kreuzweise eingeschnitten, der überstehende Rand auf ca. 1,5 cm eingekürzt und nach innen geklebt. Dabei die Folie schön straff ziehen.
Die Schubladenfronten werden verstärkt mit gleich großen Teilen, die aus der zweiten Dose geschnitten werden. Die drei Teile untereinander verkleben und anschließend mit Klebefolie bekleben.
Die eigentlichen Schubladen werden aus schwarzem Tonkarton zugeschnitten. Bitte vorher genau messen und sicherheitshalber erst ein Probestück kleben.
An die Schubladen kommt noch ein Streifen aus Tonkarton, der halbrund zusammen geklebt wird. Daran passt die Schubladenfront, die nun ebenfalls festgeklebt wird.
Auch hier kommt zum Abschluss noch etwas Verzierung. Die runde Unterseite von Teelichthüllen werden sauber ausgeschnitten, von Wachsresten befreit und dann über einer kleinen Reibe gestanzt. Die kleinen Taler lassen sich mit doppelseitigem Klebeband gut aufkleben.
Black.
Bevor es los geht - alles auf einen Blick.
In schwarz soll eine Deckeldose entstehen. Dazu zunächst die Umrisse der Deckel-Öffnung auf der Dose markieren. Diese dann vorsichtig ausschneiden. In meinem Beispiel ist der Deckel sehr groß, da hier Stifte hinein passen sollen. Für den ausgeschnittenen Deckel aus der zweiten Chipsdosen eine Verstärkung schneiden. Diese sollte an jeder Seite ca. 2 länger und breiter sein. Deckel mit Klebefolie. Überstehende Folie sorgfältig am Rand des Deckels entlang abscheiden. Man kann auch für Deckel und Dose verschiedene Farben nehmen. so wird der Kontrast besser sichtbar.
Die Dose dann komplett mit Folie bekleben. Über der Öffnung in der Dose die Folie kreuzweise einschneiden, Ränder zurück schneiden und in das Innere der Dose kleben.
Für eine magnetische Außenwand einfach kleine Magnete von innen gegen die Metallseite legen. Sie haften dort von allein und müssen nicht geklebt werden. Von außen bleiben Büroklammern und Nadeln haften.
Damit die Dose nicht wegrollt bekommt sie Füße aus Tetra-Pack-Verschlüssen. Diese kann man mit einem Edding silbern anmalen und dann ankleben. Den Kleber gut austrocknen lassen!